Nichts wie raus Unterwegs mit der ganzen Familie

Freizeit
Fünf Fragen an Outdoor-Experte Michael Strohmann
Titelbild zu Unterwegs mit der ganzen Familie
© Outdoor-Experte Michael Strohmann präsentiert die Draußen-Box. Foto: Florian Kleinschmidt

Kinder brauchen frische Luft für ihre körperliche und geistige Entwicklung, Ärzte empfehlen ein bis zwei Stunden täglich. Draußen erkunden sie spielerisch die Welt: Spielplätze, Parks, Wiesen und Wald laden dazu ein. Wir sprachen mit dem Outdoor-Experten Michael Strohmann, worauf Familien achten sollten, wenn sie mit Kindern unterwegs sind.

Was sollten Familien unbedingt dabeihaben, wenn sie draußen auf Tour sind? Worauf muss geachtet werden?

Auf Tour ist die richtige Kleidung ausschlaggebend. Belastbar, atmungsaktiv und wetterfest sollte sie sein. Bei einer Wanderung ist es von Vorteil, wenn das Gepäck so leicht wie möglich ist – lieber habe ich aber eine Jacke mehr eingepackt als zu wenig. Ansonsten sollten Familien, die unterwegs sind, eigene Verpflegung mitnehmen: geschmierte Brote, selbst gebackener Kuchen und Obst in der Frischhaltedose, Getränke. Wenn nämlich von vornherein alles darauf abgestimmt ist, hinterher ins Fast-Food-Restaurant zu marschieren, dann beherrscht dieser Gedanke die komplette Wanderung. Um auf einer Route immer sicher unterwegs zu sein, ist es außerdem wichtig, die Streckenplanung vor dem Start zu durchdenken.

Outdoor mit Kindern – gibt es irgendwelche No-Gos?

Das Handy hat unterwegs schon seine Berechtigung. Im Notfall ist es bei der Alarmierung von Rettungskräften nützlich und auch gegen die Verwendung der GPS- oder Fotofunktion ist nichts einzuwenden. Das bedeutet aber nicht, dass es outdoor durchgehend in der Hand liegen muss. Beim Wandern permanent am Handy oder auch an anderen elektronischen Unterhaltungsgeräten zu hängen, ist ein absolutes No-Go – geht es doch darum, die Natur mit allen Sinnen zu erleben.

Wandern mit Kind: Wie lang dürfen die Strecken mit Kindern sein? Was sollten Eltern bei der Auswahl bedenken?

Eine kindgerechte Strecke sollte möglichst aufregend und vielfältig sein. Ideal ist es, wenn es auf den Touren etwas zu entdecken gibt und sich immer wieder Gelegenheiten für längere Spielpausen bieten. Jedes Kind ist anders und daher sollten die Schwierigkeit der Wanderung und die Gehzeit individuell angepasst werden. Bis zur Einschulung sollten Eltern keine Strecke wählen, die länger als drei oder vier Kilometer ist. Ab der Einschulung darf es gerne weitläufiger werden. Angepasste Strecken auszusuchen, fällt oftmals sehr sportlichen Eltern hin und wieder schwer. Trotzdem sollte man seine eigenen Ansprüche auf keinen Fall auf die Kinder übertragen. Sonst steigt die Frustration und der Nachwuchs verliert die Motivation.

Wie wichtig ist das An-der-frischen-Luft-sein für die kindliche Entwicklung?

Kinder brauchen frische Luft für ihre körperliche und geistige Entwicklung. Entscheidend ist, dass die Kleinen draußen etwas entdecken und sich die Welt selbst erschließen. Es geht darum, dass Kinder nicht ständig an der Hand der Eltern laufen, sondern dass Mama und Papa dem Nachwuchs – soweit wie sinnvoll und gefahrlos möglich – den Raum geben, unsere Natur selbst zu erkunden.

Wie motivieren Eltern Stubenhocker zum Draußensein?

Eltern müssen Vorbilder sein und ihren Kindern vorleben, wie schön es ist, aus eigener Kraft unterwegs zu sein. Es ist wichtig, das Draußensein zu einem selbstverständlichen Element des Familienalltags zu machen und es nicht als Ausnahmesituation zu behandeln. Etwas, das Eltern nicht selbst praktizieren, können sie auch nicht von ihren Kindern erwarten.

Die Draußen-Box ist in allen Service Centern der Braunschweiger Zeitung und Wolfsburger Nachrichten oder online unter shop.bzv.de erhältlich.

Autor
Maria Lampe

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